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Unsere Jumelagereise nach Lothringen
: Nancy und Metz vom 06. - 08.Mai 2019

Montag 06. Mai Entspannt fahren wir unserem Ziel Nancy entgegen, kein Stau, der Verkehr ist mäßig, das Wetter gut, vielleicht ein bisschen kalt. Pünktlich um15.00 Uhr, nach vier Stunden Fahrt betreten wir das Hôtel des Prélats mitten in der Stadt. Wir begrüßen die übrigen Jumeleure und schlendern zum Juwel der Stadt, dem Place Stanislas. Wir sind überwältigt von der Harmonie und der Schönheit dieses Platzes. An drei Seiten wird der Platz von Rathaus, Oper und Museum begrenzt. Die Gebäude haben alle zwei Geschoße und tragen als Abschluss am Dach eine Balustrade mit Vasen, Putten und Trophäen. Auf der vierten Seite des Platzes stehen zwei  einstöckige Pavillons, die. beherbergen Restaurants und Geschäfte Die Straßeneinmündungen schmücken hohe schmiedeeiserne Gitter, die reich mit Gold verziert sind. Man kann sich an diesem herrlichen Ensemble  nicht satt sehen. Wir lassen uns in einem der Kaffees nieder, und bestellen eine Lothringer Spezialität, eine tarte aux mirabelles und Kaffee. Gestärkt gehen wir zwischen den Pavillons durch zu dem Triumphbogen, zum Place de la Carrière. Diese großzügige Anlage, im Mittelalter ein Turnierplatz, führt zum ehemaligen Herzogspalast und zu einem Stadttor, der Porte des Craffes und schon ist man nicht mehr in der Neustadt sondern in der  Altstadt. In der Altstadt entdecken wir ein kleines Restaurant, dort wollen wir zu Abend essen. Gleich organisieren wir eine Reservierung für uns 12 Personen für den Abend. Zum Abschluss unseres Spaziergangs gehen wir in den gepflegten Park, schnappen ein bisschen frische Luft und gehen zum Hotel zurück. Das Abendessen im Restaurant „Petit Cuillère“ war gut, die Stimmung gelöst. Erst gegen Mitternacht fielen wir todmüde in unsere Betten.


Dienstag 07. Mai
Um 10.00 Uhr holt uns unsere Stadtführerin Frau Hübler ab und führt uns zur Chocolaterie Batt. Der Maître, mit hoher Kochmütze, erwartet uns schon. Er stellt uns die Produkte des Hauses vor. Zuerst zaubert er auf ein Blech „Macarons“ und gibt uns davon Kostproben. Während er munter in einer
Schokoladenmasse rührt, und  weitere Kostproben ausgibt, erzählt er uns  vom Weg der Kakaofrucht zur Schokolade. Die Kakaofrüchte gedeihen nur in Äquatornähe. Viele Arbeitsschritte sind notwendig bis die Kakaobohnen gemahlen werden können. Ihr Anteil an der Schokolade bestimmt den Geschmack, bitter oder süß. Jetzt gab es auch davon Kostproben. Als letztes Produkt stellte er die goldenen Bergamotte- Bonbons vor. Das Bergamotteöl wird von einer Hybride aus Limette und Bitterorange gewonnen. Die Zeit verging wie im Flug.
Als wir die Chocolaterie verließen, standen wir im hellen Sonnenschein. Wir liefen zum Place Stanislas und hielten dort unsere Mittagspause. Ich wählte ein typisch Lothringisches Gericht: Eine Quiche Lorraine.
Wir trafen unsere Stadtführerin um zwei Uhr am Denkmal des Königs von Polen, der mitten auf dem Place Stanislas Wache hält. Stanislaus, war seiner Königskrone verlustig gegangen. Sein Schwiegervater Ludwig XV, König von Frankreich, übertrug ihm das Herzogtum Lothringen und stattete ihn mit einer großzügigen Apanage aus. Diese verwendete er nicht nur für sein Luxusleben, sondern sorgte auch für seine Untertanen. Unter seiner Herrschaft wurden Akademien gegründet, das Gesundheitswesen wurde verbessert, eine Bibliothek entstand. Die fähigsten Künstler zog er an seinen Hof. Auch Nancy profitierte. Er verschönerte und modernisierte die Stadt, verband die Altstadt mit der Neustadt. In diese Altstadt
  führte uns Frau Hübler. Durch die Grande Rue, geschmückt mit den Adelshäusern aus dem 17.Jahrhundert, kamen wir zum ehemaligen Schloss der Herzöge von Lothringen. Das Gebäude ist außen recht schlicht, nur  drei Balkone und das Portal mit der Reiterstatue des Herzogs Antoine von Lothringen fallen ins Auge. Im 18.Jahrhundert wurde die Residenz aufgegeben und die Herzöge lebten in Lunéville.
Nach der Stadtführung setzten wir uns in ein Bimmelbähnchen und fuhren die gesamte Strecke nochmals ab. Nun sahen wir die einzelnen Bauwerke aus einer anderen Perspektive. Nancy hat nicht nur eine geschichtliche Vergangenheit, sondern war auch ein Zentrum der Art Nouveaux, dem Jugendstil. Berühmt wurde es besonders durch seine Glaskünstler. Diese fanden Unterstützung durch die Firma Daum. Sie
 hat heute noch am Place Stanislas Ausstellungsräume. Ihre Glasobjekte, wie kunstvolle Tiere in allen Größen haben uns nicht besonders begeistert. Bewundert haben wir dagegen die Jugendstilgebäude und Kunstschmiedearbeiten, die wir auf unseren Rundgängen immer wieder entdecken konnten. Zum Abschluss des Nachmittags setzten wir uns auf den Place St. Èpvre, der von der Jugend bevölkert war und tranken einen Kir.
Das Abendessen nahmen wir Restaurant Foy ein am Place Stanislas. Es war wieder üppig und gut. Auf dem Nachhauseweg genossen wir die zauberhafte Atmosphäre des Platzes bei Nacht.

Mittwoch 08. Mai Überraschung am Morgen: es regnet. Schade! Aber für den Vormittag hatten wir ja einen Besuch im Museum des Beaux-Arts vorgesehen. Also waren wir im Trockenen. Das Museum verdankt seine Entstehung der Französischen Revolution. Bilder und Kunstschätze aus  adligem und kirchlichem Besitz wurden enteignet und gesammelt. Später wurden sie in dieses Gebäude überführt, das früher als Medizinische Hochschule diente. Auf zwei Geschoßen beherbergt es Werke vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Werke von berühmten Malern und Bildhauern, wie Jacopo Tintoretto, Peter Paul Rubens, Jan Brueghel, Auguste Rodin. Besonders umfangreich ist die Sammlung französischer Maler, wie Francois Boucher, Éduard Manet, Henri Matisse, Amadeo Modigliano. Bei der Sanierung des Gebäudes im Jahr 1995 wurden im Kellergeschoß die Fundamente der Befestigungsanlage der Bastion d’Haussonville freigelegt. In diesem Kellergeschoß ist auch die Glassammlung Daum untergebracht. Sie umfasst mehr als 600 wunderschöne, filigrane Glasobjekte wie Vasen, Lampen, Schalen alles kunstvoll gefertigt während der Jugendstilzeit.
Der Besuch des Museums hat sich gelohnt. Als wir es verließen, regnete es immer noch. Der Regen begleitete uns bis nach Metz. In einer Konditorei gegenüber der Kathedrale stärkten wir uns mit Kaffee und Kuchen oder in meinem Fall mit einer Quiche. Dann flüchteten wir ins Trockene, in die Kathedrale St. Étienne. Dort erwartete uns schon Frau Schuck, unsere Stadtführerin. Sie erzählte uns, dass die Kathedrale, die von 1220 bis1520 erbaut wurde,
 zu den schönsten und größten gotischen Kirchen Frankreich zählt. Während der französischen Revolution wurde die Kathedrale schwer verwüstet, fast alle Altäre und historischen Grabstätten wurden demoliert. Nur die Fenster wurden nicht zerstört. Nun widmete sich unsere Führerin dem größten Schatz der Kirche, den Fenstern. Die Ältesten, wie die Rosette stammen aus dem 13.Jahrhundert. In den folgenden Jahrhunderten wurden immer neue Fenster von namhaften Künstlern wie Hermann von Münster, Theobald von Lixheim oder Valentin Busch gestaltet. Sehr bekannt sind die Fenster von Marc Chagall. Sie haben eine besondere Leuchtkraft und zeigen viele Figuren aus dem Neuen und Alten Testament. Frau Schuck wies auf viele Details in den Fenstern hin, die uns Farbgebung und Gestaltung erschlossen. Vor dem Ausgang zeigte sie uns noch eine Wanne aus Porphyr, die in römischer Zeit wahrscheinlich eine Badewanne war, im Mittelalter aber als Taufbecken diente. Dann verließen wir die Kathedrale und standen vor dem Eingangsportal. Die Erklärungen zum Portal  gingen im Regen unter. Dann liefen wir unter unseren Regenschirmen zum Place Saint-Louis. Ein freundliches Café nahm uns auf. und zum Abschied gab es ein Café Gourmand. Zum Kaffee wurden drei kleine, verschiedene Kuchenstücke gereicht. Ein Genuss. Dann hieß es Abschied nehmen von Metz, unserer Stadtführerin und den Jumeleuren. Trotz seiner Abwehr bekam Walter ein herzliches Dankeschön für seine Organisation dieser schönen Kurzreise.

Text: Doris Glück
Fotos: Dittmar von Schilling

Bei der Stadtführung in Nancy

Blick auf den Place Stanislas

Place Stanislas: goldverziertes Schmuckgitter Place Stanislas: Abendstimmung
der Maître in der Chocolaterie Batt in Nancy verdiente Ruhepause in Metz
Führung in der Kathedrale St. Etienne in Metz Die Kathedrale St. Etienne in Metz
die Gruppe im Hof der Chocolaterie Batt