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Vom 11. - 17. Juli 2001 haben 28 Darmstädter Jumeleure Russland besucht, wo sie eine Besichtigung Moskaus mit dem 6. Partnerschaftstreffen in St. Petersburg verknüpften.

Beides hat sie stark beeindruckt: Die Kultur des Landes und die Gastfreundschaft der Partner in St. Petersburg. Geschäftiges Treiben im Foyer des St. Petersburger Hotels "Moskwa". "Zdrastwuitje", "Hallo, wie geht's?". Umarmungen, Küsse, höfliches Bekanntmachen. So begann am 14. Juli 2001 das Partnerschaftstreffen der Jumeleure aus Darmstadt und St. Petersburg in der Hauptstadt der Zaren. Zuvor hatten wir Darmstädter uns einen Eindruck von der Stadt Moskau und ihren Menschen verschafft. Am 11. Juli waren wir vom Flughafen Frankfurt/M. nach Moskau geflogen. Auf dem Flug-hafen in Moskau mussten wir uns bei schwüler Luft und großem Gedränge in Geduld üben, denn die Passkontrolle nahm mehr als eine Stunde in Anspruch. In der Ankunftshalle erwartete uns schon unsere Stadtführerin Galina, die uns mit dem Bus zum Hotel "Rossija" (Russland) brachte. Es ist das größte Hotel der Welt, mit dessen Bau die Russen die Amerikaner übertreffen wollten. Dort hatten wir wenig Zeit, die Zimmer zu beziehen und uns etwas frisch zu machen, denn unsere Stadtführerin wollte uns noch am selben Abend bei einem ersten Rundgang mit der Atmosphäre der Stadt vertraut machen. Zunächst ging es über den Roten Platz. Wir erfuhren so nebenbei, dass der russische Name des im 16. Jahrhunderts entstandenen Platzes sowohl "Roter Platz" wie auch "Schöner Platz" bedeuten kann. Der "Rote Platz" ist also nicht nach der "Roten Armee" benannt, die hier ihre Paraden durchführte. An der Basilius-Kathedrale vorbei (Basilius war ein Wanderprediger‚ "Gottesnarr"), schlenderten wir an der Kremlmauer und dem Kaufhaus GUM entlang. Dabei konnten wir die durchs Fernsehen gewonnenen Eindrücke mit dem realen Moskau in Deckung bringen. Schnell wurden ein paar Rubel gewechselt, damit das Abendessen in einem Restaurant am Manegenplatz oder im angrenzenden Kitaj Gorod bezahlt werden konnte. Unser zweiter Tag in Moskau begann mit einer großen Stadtrundfahrt, die uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Moskaus führte: Kreml-Mauer, Parlamentsgebäude, Prominenten-Friedhof, Neujungfrauenkloster und Sperlingsberg mit seiner wundervollen Aussicht und dem unvermeidlichen Andenkenmarkt. Danach bestand die Möglichkeit, dem kommunistischen Staatsführer Lenin in seinem Mausoleum einen Besuch abzustatten. Der Eintritt war kostenlos und die Bedingungen waren: "Kein Wort, keine Fotos", man hörte immer wieder nur ein "Psssst!". Ergreifend. Nach dem Mittagessen tauchten wir ab zu den "Palästen für das Volk", nämlich zu den chrom- und goldverzierten Metrostationen. Keine Station gleicht der anderen, jede hat ihr eigenes Thema, viele sind geschmückt mit Statuen, Gemälden, Mosaiken oder Reliefs. An diesen Besuchschloss sich ein Ausflug zum Freilicht-Architekturmuseum Kolomenskoje an. Wir bestaunten einige der interessantesten Bauten des alten Russland, so u.a. die älteste steinerne Zeltdachkirche. Als Zugabe konnten wir dort noch die Zeremonie einer Hochzeit miterleben.Der dritte Tag in Moskau war vor allem für einen Rundgang über das Gelände des Kreml reserviert, des historischen, künstlerischen und politischen Zentrums Moskaus. Das einzigartige Panorama auf dem prachtvollen Mittelpunkt des Kremlgeländes, dem Kathedralenplatz, und der Besuch der Maria-Entschlafens-Kirche entschädigten uns für das lange Warten in der Schlange am Eingang des Kreml unter der prallen Sonne. Am Nachmittag hatten wir die Gelegenheit zu einem Spaziergang durch den Stadtteil Arbat. Der Arbat mit seinen Museen, die oft in den Wohnungen der Künstler eingerichtet sind, kündet vom Leben kurz vor oder kurz nach der Revolution. Die Uliza Arbat, eine Fußgängerstraße mit Läden, Restaurants und Cafés ist bei Einheimischen und Touristen beliebt. Auf ihr gibt es Gaukler, Straßenmaler, Musiker, Wahrsager und - Taschendiebe. "Ausgeruht wird zu Hause", das war der Wahlspruch einiger Jumeleure, die noch schnell am Abend das Ballett "Schwanensee" oder den Moskauer Staatszirkus besuchten, bevor wir um 22 Uhr mit dem Bus zum "Leningrader Bahnhof" gebracht wurden. Von dort fuhren wir kurz vor Mitternacht mit dem Nacht-zug nach St. Petersburg. Am 14. Juli kamen wir gegen 8 Uhr in St. Petersburg an. Dort wurden wir schon von unserer Stadtführerin und zwei St. Petersburger Jumeleuren erwartet. Hungrig und müde stürzten wir uns auf das reichhaltige Frühstücks-Buffet im Hotel "Moskwa" (Moskau). Gestärkt traten wir dann eine Stadtrundfahrt durch St. Petersburg an, besuchten den Schlossplatz, die Strelka, die Admiralität, den "Ehernen Reiter", die Erlöserkirche u.a.m. Inzwischen waren die Zimmer in unserem Hotel bezugsfertig und wir nutzten die Gelegenheit, uns zu erfrischen, bevor wir uns mit den St. Petersburger Jumeleuren trafen. Die Begrüßung durch unsere St. Petersburger Partner im Foyer unseres Hotels war sehr herzlich. Nachdem sich die "alten" Bekannten ausgiebig umarmt hatten, wurden die "Neuen" mit ihren Gastgebern bekannt gemacht. Danach folgten wir unseren Gastgebern; wer nicht im Hotel sondern in der Wohnung seines Partners wohnen wollte, nahm auch sein Gepäck mit. Unsere Gastgeber luden uns zu einem üppigen Begrüßungs-Essen in der Familie oder im Restaurant ein. Mit Gesprächen und dem Anschauen von Fotos ging die Zeit schnell vorüber, und wir mussten uns sputen, um rechtzeitig zum Beginn der Folklore-Aufführung der "Kosaken Nordwesten" ins Hotel "Pulkowskoja" zu gelangen. Die schwermütigen Lieder, die ausgelassenen Kosakentänze und die ideenreichen Einlagen haben die Zuschauer zu wahren Beifallsstürmen hingerissen. Es war ein besonderer Höhepunkt, den wir in "Peters" - so nennen die Einheimischen ihre Stadt - erlebten. Am Vormittag des 15. Juli stand eine Führung durch die Eremitage - eines der berühmtes-ten Museen der Welt - auf dem Programm. Eine temperamentvolle russische Stadtführerin verstand es, selbst den größten Kunstbanausen für die einmaligen Kunstwerke zu begeistern. Nach drei Stunden Kunstgenuss war jedoch selbst der Sportlichste müde, und unsere Gastgeber luden uns zum Mittagessen ins Restaurant "Wien" ein. Wir genossen dabei die dezente Musik eines Pianisten. Nach dem Essen blieb aber nicht viel Zeit, sich auszuruhen, denn am Abend waren wir in das Haus unserer Partner Galina und Igor Onokow zum Freundschaftsabend eingeladen. Bei kurzen Ansprachen der Vertreter der Jumelages von St. Petersburg und Darmstadt, bei gutem Essen und Trinken, Musik, Tanz und heiteren Gesprächen (die trotz der Sprachschwierigkeiten zustande kamen) wurde die Freundschaft zwischen den Jumeleuren der beiden Partnerstädte vertieft.Der 16. Juli bescherte uns einen ganz besonders schönen Ausflug zur zaristischen Sommer-residenz im Park Peterhof. Neben zahlreichen Palästen (z. B. Monplaisir) sind die 144 Fontänen, die vielen Statuen und Kaskaden im Park die besonderen Sehenswürdigkeiten. Schon bald nach unserer Ankunft floss das Wasser allerdings nicht nur die Kaskaden herab, sondern in einem heftigen Wolkenbruch vom Himmel. Merke: In Petersburg soll man nie ohne Regenschirm ausgehen. Unsere Fremdenführerin machte uns auf verschiedene "Überraschungen" aufmerksam, die manche Besucher plötzlich in Form einer unerwarteten Dusche erleben konnten. Nach einem guten Mittagessen fuhren wir ins Hotel zurück, in dem uns unsere Gastgeber zum Abschiedsabend in der Familie schon erwarteten. Wir konnten einmal mehr die Gastfreundschaft unserer russischen Partner genießen. Jedes Partnerschaftstreffen geht einmal zu Ende und am Mittag des 17. Juli nahmen wir im Foyer des Hotels "Moskwa" ein wenig wehmütig Abschied von unseren russischen Freunden mit dem Versprechen, dass wir uns im nächsten Jahr in Darmstadt wiedersehen werden.

 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass unsere kurze Reise über Moskau zum Treffen in St. Petersburg bei uns intensive Eindrücke von der russischen Geschichte, der Kunst und vor allem der Gastfreundschaft hinterlassen hat. Unser besonderer Dank gilt unseren Partnern in St. Petersburg.

Waltraut Roßberg