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alt28 Darmstädter Jumeleurinnen und Jumeleure trafen sich mit 22 St. Petersburger Partnerinnen und Partnern in Moskau, um gemeinsam eine 13-tägige Flusskreuzfahrt nach St. Petersburg zu unternehmen. Unsere wichtigsten Stationen waren Moskau, die altrussischen Städte auf dem “Goldenen Ring” Uglitsch, Kostroma und Jaroslawl, die Inseln Kischi und Walaam sowie St. Petersburg.

Am 31. Juli kam unsere Gruppe Darmstädter Jumeleure auf dem Flughafen Scheremetjewo in Moskau an. Ein Transitbus brachte uns zum Hafen, wo unser Schiff “Leonid Krasin” lag. Beim einsteigen wurden wir mit Musik und den traditionellen Speisen Brot und Salz empfangen. Nachdem wir unsere Kabinen bezogen und uns ein wenig mit dem Schiff vertraut gemacht hatten, beschlossen ein paar Unternehmungslustige, den ersten Ausflug auf den Roten Platz mit der Metro zu unternehmen. Die Moskauer Metro ist wohl die schönste U-Bahn der Welt. Viele ihrer Stationen sind aus Marmor und Granit gebaut, mit Mosaiken verziert und von Kronleuchtern erhellt.

An den beiden darauf folgenden Tagen hatten wir ausgiebig Gelegenheit, Moskau mit den organisierten Besichtigungsprogrammen und auf eigene Faust kennen zu lernen. Bei einer Stadtrundfahrt wurden wir ausführlich über das Leben in Moskau informiert. Wir besuchten das Kremlgelände mit der Mariä-Entschlafens-Kathedrale (Hauptkirche des Staates) und der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale (ehem. Hauskirche der Moskauer Großfürsten und Zaren), den Roten Platz mit der Wassili-Blashenny-Kathedrale - dem bekanntesten Wahrzeichen Moskaus - das Neujungfrauen-Kloster, den Prominentenfriedhof, das Kaufhaus GUM und die Christi-Erlöser-Kirche. Die letzte ist ein grandioses Bauwerk. Der Bau dauerte von 1839 bis 1889. Die Sowjets hatten sie 1931 gesprengt, und in den 1990er Jahren erlebte sie ihre Wiedergeburt an der alten Stelle.

Am 2. August, gegen 17.30 Uhr, hieß es “Leinen los!” Aber wo waren unsere Partner aus St. Petersburg? Die Freude war groß, als wir sie auf dem Schiff trafen und herzlich begrüßen konnten. Sie waren an demselben Tag mit der Bahn in Moskau angekommen, um mit uns zusammen auf dem Wasserwege in ihre Heimatstadt zu reisen. Gerne folgten wir der Einladung unserer Freunde zu einem geselligen Abend, um unser Wiedersehen zu feiern.

Die “Leonid Krasin” nahm am 3. August Kurs auf Uglitsch, eine der ältesten Städte an der oberen Wolga.Die berühmte Holzkirche auf der Museumsinsel Kuschi Dort besichtigten wir den Uglitscher Kreml mit der Dmitri-Blut-Kirche, die an die Ermordung des Sohnes Ivans des Schrecklichen erinnert. Am 4. und 5. August erreichten wir die altrussischen Städte auf dem “Goldenen Ring” Kostroma und Jaroslawl. Während der Stadtrundfahrten besuchten wir ehrwürdige Klöster und Kirchen mit prächtigen Ikonostasen. Unser Schiff erreichte am 6. August das Dorf Goritsy. Von dort fuhren wir mit einem Bus zur Stadt Kirillow, wo wir eines der berühmtesten Klöster Russlands, das Kirillo-Bjeloserskij-Kloster, besuchten. Es gleicht von außen einer Festung und beherbergt ein bedeutendes Ikonenmuseum.

Auf unserem Kreuzfahrtschiff war auch für Unterhaltung gesorgt. Der Morgen begann mit Frühsport. Wir Deutschen konnten am Russischunterricht teilnehmen, während unsere russischen Freunde Deutsch lernten. Wir lernten russische Volkslieder, die Russen deutsche. Für den Abschlussabend übten wir russische Volkstänze ein. Mehrmals besuchten wir die Konzerte zweier russischer Virtuosen, die klassische und Volksmusik auf der Balalaika und dem Bajan - dem russischen Akkordeon - spielten. Natürlich konnten wir während der Reise auch die wunderschöne Landschaft an Deck genießen oder ein Sonnenbad nehmen. An einem Tag wurde auch eine Wodkaprobe in der Wolga-Bar angeboten, ein unbedingtes Muss bei der Russlandreise! Natürlich nutzten wir die freie Zeit auch, um mit unseren Partnern aus St. Petersburg zusammen zu sein. Wir trafen uns an Deck oder in der Bar. Wir tanzten zusammen und sangen russische und deutsche Lieder. Unsere russischen Freunde organisierten auch zwei bunte Abende mit Imbiss, Musik und Spielen.

Am 7. August erreichten wir die Museumsinsel Kischi inmitten des Onega-Sees. Schon von weitem sahen wir die Christi-Verklärungskirche mit ihren 22 Zwiebeltürmchen. Sie wurde nur aus Holz und zerbrechlichen Schindeln und ohne einen einzigen Eisennagel errichtet und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. In einem Freilichtmuseum für Holzarchitektur stehen ca. 60 historische Holzbauten, von denen wir einige Kirchen und Bauernhäuser besichtigten.

Unser Schiff fuhr am 8. August durch den Fluss Svir und legte beim ehemaligen Fischerdorf Mandrogi an. Heute ist der Ort ein Museumsdorf, in dem wir die Arbeiten der Töpferei, Schmiede und Näherei verfolgen, Souvenirs kaufen, baden gehen oder den Minizoo besuchen konnten. Weiter ging die Fahrt zum Ladoga-See, dem größten Süßwassersee Europas. Am 9. August erreichten wir die Mönchsinsel Walaam. Sie gilt als eine der schönsten Inseln des russischen Nordens und beherbergt mehrere Klöster und Einsiedeleien. Wir machten ausgedehnte Spaziergänge. Bei der Jeder-kann-mitmachen-Veranstaltung am Abend zeigten einige Passagiere ihr Können. Unsere Petersburger Partner überraschten uns vor allem mit deutschen Volksliedern. Danach lud uns der Kapitän zum Captains-Dinner ein.

Am Abend fuhren wir in die Neva, und als wir am 10. August aufwachten, waren wir schon in St. Petersburg angekommen. Bei der Stadtrundfahrt durch das “Venedig des Nordens” gab es so Vieles zu sehen: Schlossplatz mit dem Winterpalast, Isaakskathedrale, Kasaner Kathedrale und vieles mehr. Schließlich besuchten wir die Peter-Paul-Festung, wo St. Petersburgs Geschichte begann. Von dort holten uns unsere Petersburger Partner ab, um mit uns nach Peterhof, der Sommerresidenz der Zaren, zu fahren. In Peterhof führten uns unsere Partner durch den prachtvollen Barockgarten mit raffinierter Wasserkunst. Ein Muss in St. Petersburg ist der Besuch der Eremitage, die zu den größten Kunstmuseen der Welt zählt. Am Vormittag des 11. Augusts ließen wir uns durch das Museum führen und bewunderten die ausgestellten Gemälde und Skulpturen. Unsere Partner erwarteten uns schon am Ausgang des Museums und luden uns ein, den Nachmittag und Abend mit ihnen zu verbringen. Ein paar Mitglieder unserer Gruppe nutzten den Nachmittag für einen Ausflug nach Puschkin, um den Katharinenpalast und das berühmte Bernsteinzimmer zu besichtigen.

Am Morgen des 12. Augusts – unsere Koffer waren bereits für die Rückreise gepackt – holten uns unsere Partner beim Schiff ab, um uns noch ein paar besondere Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt zu zeigen. Während des Rundgangs bewies Juri Polonik seine Fähigkeiten als Fremdenführer. Eins der Highlights, die wir besuchten, war die Erlöserkirche auf dem Blute, die an der Stelle gebaut wurde, an der Zar Alexander II. im Jahre 1881 ermordet wurde. Sie ist nicht nur von außen sehr beeindruckend. Innen sind Wände, Decken und der Boden mit herrlichen Mosaikbildern bedeckt. Zum Abschluss unserer Reise und des Partnerschaftstreffens luden uns unsere Petersburger Partner zu einem gemeinsamen Mittagessen ein. Danach fuhren wir zum Schiff zurück, um unser Gepäck abzuholen und die Rückreise anzutreten.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Meinhard Dausin für die Organisation der Reise und bei unseren Freunden in St. Petersburg für ihre Gastfreundschaft bedanken.
Silke u. Helmut Zipprich


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