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erbach 2010„Lassen wir das Auto stehen und fahren mit der Eisenbahn!“ Das beschlossen mehrheitlich die 17 Jumeleurinnen und Jumeleure, die am 16. Oktober 2010 an der Tagesfahrt nach Erbach teilnahmen. Die Odenwaldbahn brachte uns in etwas mehr als einer Stunde von Darmstadt nach Erbach.

Dort angekommen, hatten wir bis zum Besuch des Erbacher Schlosses noch eine Stunde Zeit zum Spaziergang durch den alten Stadtkern und zum Kaffeetrinken.

 

Um 11 Uhr begann die Führung durch die Gräflichen Sammlungen im Schloss Erbach. Das heutige Schloss Erbach ließ Graf Georg Wilhelm zu Erbach-Erbach in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf den Grundmauern der früheren Tiefburg erbauen und erweitern. Den Grundstein der bedeutenden Sammlungen im Erbacher Schloss legte Graf Franz I. (1754-1823). Unsere Führerin zeigte uns zuerst den 1515 fertig gestellten spätgotischen Schöllenbacher Altar. Seit Ende August steht er nun wieder an seinem angestammten Aufstellungsort, der Hubertuskapelle des Schlosses, nachdem er vier Jahre lang aufwändig renoviert wurde. Die Führerin erläuterte uns den monumentalen Flügelaltar, in dessen Zentrum die „Wurzel Jesse“ als Sinnbild des Stammbaums Christi dargestellt ist. Die Relief-Tafeln auf den Innenseiten der Altarflügel zeigen Szenen aus dem Marienleben.
 
Danach besuchten wir die Waffenkammer mit der großen Sammlung kunsthandwerklich hervorragend gearbeiteter Schusswaffen und die Hirschgallerie mit einer ungewöhnlichen Kollektion kapitaler Geweihe. Unsere Führerin zeigte uns die Römischen Zimmer mit originalen antiken Skulpturen, das Chinesische Zimmer mit kostbaren ostasiatischer Keramik und den grünen Salon mit einer Sammlung antiker griechischer und süditalienischer Vasen. Nachdem wir auch die Repräsentationsräume der gräflichen Familie besichtigt hatten, endete die Führung im Rittersaal, in dem sich zahlreiche originale Rüstungen und mittelalterliche Waffen befinden.
 
Die Führung durch die Gräflichen Sammlungen hatte uns hungrig gemacht. Deshalb gönnten wir uns im „Erbacher Brauhaus“ eine Mittagspause.
 
Nach dem Mittagessen sind wir Richtung Michelstadt spaziert und erreichten bald die „Erbacher Glücksfabrik“ der Firma koziol. Die meisten von uns zog es zuerst in das Design-Outlet, in dem die Kunststoff-Artikel der koziol GmbH verkauft werden. Im Angebot fanden wir zum Beispiel einen Schuhlöffel mit Gesicht, ein Teesieb in Blumenform, Vogelfiguren als Salz- und Pfefferstreuer, eine Spülbürste und ein Kuchenmesser, die auf eigenen Beinen stehen. An den Artikeln können sich die Geister scheiden – schrillbunter Kitsch, Kunst, Kult oder gelungenes Design?
 
Um 16 Uhr nahmen wir an einer Führung durch das koziol-Museum teil. Gezeigt wurde uns ein interaktiver Maschinenpark, der uns auf eine bunte Reise in die 80-jährige Unternehmensgeschichte schickte. Wir erfuhren, dass das Unternehmen 1927 als Elfenbeinschnitzerei begann. 1935 wurde eine erste Kunststoff-Spritzgießmaschine angeschafft. Einen weltweiten Durchbruch aber gelang koziol 1950 mit der Erfindung der beliebten Traum- oder Schneekugel. Nach dem Besuch der koziol-Glücksfabrik machten wir uns mit Glück im Herzen auf die Heimreise.

Meinhard Dausin