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eisenach 2010 1Am Samstag, dem 4. Dezember, hieß es früh aufstehen. Schon um 7 Uhr startete unser Reisebus zur vorweihnachtlichen Tagesreise nach Eisenach. In Eisenach ist Martin Luther zur Schule gegangen (1497 – 1501) und wurde 1685 Johann Sebastian Bach geboren.

 

Der Schriftsteller Fritz Reuter verbrachte in Eisenach seinen Lebensabend und Johann Wolfgang von Goethe war dort oft zu Gast. Jetzt wollten auch wir 44 Jumeleure und Freunde der Jumelages Eisenach kennen lernen.

 

Der Tag fing gut an. Es hatte in der Nacht nicht mehr geschneit und die Autobahnen waren vom Schnee geräumt. Kurz vor 10 Uhr erreichten wir die Ausfahrt „Eisenach West“, aber unser Busfahrer fuhr unbeirrt weiter und verpasste die richtige Ausfahrt. Dieser Umweg wirkte sich auf die Terminplanung unseres ganzen Tagesprogramms aus.

Zuerst besuchten wir die berühmte Wartburg, die seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehört. Auf dem Parkplatz unterhalb der Burg waren schon viele PKW und Busse abgestellt. Die Pendelbusse, die wir für die Auffahrt unserer Gruppe zur Wartburg bestellt hatten, standen nicht (mehr?) zur Verfügung. So mussten sich fast alle Teilnehmer den 500m langen, steilen Weg zur Burg hinauf quälen. Schnaufend von dem Anstieg erreichten wir den Hof vor der Wartburg. Bis zur Führung durch die Burg blieb noch eine halbe Stunde Zeit, um uns auf dem historischen Weihnachtsmarkt umzuschauen. Er versetzte seine Besucher in die Welt des historischen Handels und altehrwürdiger, schon fast vergessener Handwerkskünste.

Um 11.30 Uhr nahmen wir an einer Führung durch die Burg teil. Vom Startpunkt im spätromanischen Pallas, wurden wir durch den Ritter- und Speisesaal zur Elisabeth-Kemenate geführt. Die Kemenate erinnert an die heilig gesprochene Landgräfin Elisabeth (1207-1231). Im zweiten Stockwerk besuchten wir das Landgrafenzimmer, den Sängersaal – der auch Schauplatz in Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ ist – und die Galerie mit schönen Fresken aus dem 19. Jahrhundert. Über das Treppenhaus erreichten wir den Festsaal, in dem 1817 das Wartburgfest der Burschenschaften stattfand. Danach eilten wir durch das Museum in der Burg zum historischen Lutherzimmer. Um Martin Luther nach dem Reichstag in Worms vor der Verfolgung zu schützen, ließ ihn Kurfürst Friedrich der Weise 1521 auf die Wartburg bringen. In den 10 Monaten seines Aufenthalts als „Junker Jörg“ übersetzte Luther das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche.

Mehr rutschend als gehend stiegen wir den gefährlich glatten Weg zum Parkplatz hinab. Zum Glück kamen alle Teilnehmer wohlbehalten am Bus an, und wir fuhren zum Mittagessen in Eisenach. Um 15 Uhr begann die Führung durch Eisenach in zwei Gruppen. Unsere Stadtführerinnen führten uns zum Lutherdenkmal, dem Bachhaus – in dem Johann Sebastian Bach 1685 geboren wurde – und zum Lutherhaus, das als Museum an die Zeit Luthers in Eisenach erinnert. An der Georgenkirche vorbei kamen wir zum Marktplatz mit dem Rathaus von 1564 und dem barocken Stadtschloss. Dort fand auch der Eisenacher Weihnachtsmarkt statt. Bis zur Abfahrt unseres Reisebusses nach Darmstadt blieb noch etwa eine Stunde, um auf dem Weihnachtsmarkt herum zu stöbern, eine Thüringer Bratwurst zu essen und einen Glühwein zu trinken.

Meinhard Dausin