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heag generatoren
Am Mittwoch, den 16. März 2011, hat eine Gruppe von 10 Jumeleuren zusammen mit 9 weiteren von mir eingeladenen Teilnehmern die Sammlung historischer Elektrogeräte in der HSE-Umspannanlage Süd der HEAG in der Klausenburger Straße 14 in Darmstadt besucht.

Herr Karl-Heinz Hirz hielt zunächst im ehemaligen Schaltraum einen Vortrag über die HEAG und führte uns dann in 1½  Stunden durch das Museum. Dabei konnten wir Maschinen aus Küche und Haushalt und Geräte mit der Technik von vorgestern bewundern.

So sahen wir das älteste Exponat, eine Waschmaschine aus dem Jahr 1901, die aus Holz ist, und der man noch deutlich ihre Abstammung von einem Waschzuber ansieht.

waschmaschine Auf einem späteren Modell von 1936 ist eine Mangel montiert. Die tropfnasse Wäsche wurde durch 2 Walzen gepresst. Wäscheschleudern und Maschinen mit Schleudervorgang gab es damals noch nicht. Auch wenn das Modell von 1936 noch aus Holz ist, gab es doch schon Geräte aus Metall. Die Kugelwaschmaschine von 1923 erinnert an einen Satelliten. Die Wäsche wurde nur bewegt. Wenn man heiß waschen wollte, musste man vorher heißes Wasser einfüllen. Das Problem löste eine Maschine mit einem elektrisch betriebenen Waschautomaten in der oberen Hälfte und darunter einem Ofen, befeuert mit Holz oder Kohle.

Weiter ging es zu den Herden. Bei einem Elektroherd von 1936 kann man die Kochplatten nach Bedarf selber gegen die benötigte Größe auswechseln. Die Platten haben dicke Steckkontakte. Eine andere Besonderheit ist ein U-Boot-Herd, der im 2. Weltkrieg auf deutschen U-Booten fuhr.

Von den vielen weiteren Geräten und Maschinen, die Strom verbrauchen, haben uns folgende besonders beeindruckt: Ein Waffeleisen mit eingraviertem Rezept, Kühlschränke aus der Zeit vor bzw. nach dem 2. Weltkrieg mit Kühlung durch Stangeneis. In einem Raum voller Musiktruhen, Radios (Volksempfänger) Fernsehgeräten, Plattenspieler, Tonbandgeräten, Computermodellen, Diktiergeräten und Telefonen lauschten wir einem noch funktionierendes Grammophon der ersten Generation.alt

Eine eigene Halle war der Stromerzeugung und Verteilung gewidmet: in der Mitte ein kleines Wasserkraftwerk mit Turbine und Generator aus Schönnen/Odenwald, rings herum Kabel, Werkzeuge Messgeräte und Schaltkomponenten der Nieder- und Hochspannungstechnik. Wir sahen ein Erdkabel für 200 kV, wie es quer durch Darmstadt zur Verteileranlage beim Justus-Liebighaus verlegt ist, und zuckten zusammen beim Einschaltknall eines 20 KV Schalters. Die 3,15 m hohe Bandsäge in einer Hallenecke schien nicht in diese Umgebung zu passen. Aber: Straßenbahnen waren früher aus Holz.

Irmtraud Corbet